Heskamps Teiche (Flamschen)


   - Biotopbeschreibung: Feuchte Abgrabung mit Ruderalanteilen, 3 Gewässer

   - Besitzer: Öffentlich

   - Größe der Fläche: ca. 1,35 ha

   - Bezeichnung: Arten- und Biotopschutz (gem. Landschaftsgesetz)

   - Nutzungsart: keine Nutzung

   - Pflegemaßnahmen: Aufwuchsbeseitigung, Langzeitbetreuung, Gewässerneuanlagen. 

 

Ansprechpartner: Jupp Schäpers


Die ca. 1,35 ha große ehemalige Sandabgrabung liegt im Letter Bruch, östlich vom ehemaligen Standortübungsplatz Coesfeld-Flamschen und gehört zum Zuschlag, ein ausgedehntes Dünen-Sandgebiet, das durch trockene und feuchte Heiden und nährstoffarme Wälder geprägt war. Die ehemals ca. 3 ha große Sandabgrabung wurde im Nordteil mit Füllboden (heute mit Fichten aufgeforstet) und im Bereich der Teiche größtenteils mit Bauschutt verfüllt.

 

Die Fläche gehört heute dem Kreis Coesfeld.

 

 Das Gebiet ist geprägt durch zwei größere Teiche, die ganzjährig Wasser führen und drei kleine Tümpel sowie einen Tümpelkomplex, die im Jahresverlauf austrocknen. Das Umfeld der Teiche ist im Nordwesten von einem Weidenwald mit einzelnen Kiefern und im übrigen Bereich überwiegend von einer ruderalisierten Grünlandfläche/Hochstaudenflur mit zahlreichen Neophyten geprägt. Diese wird ein Mal im Jahr im Herbst gemäht. Alle Gewässer haben sehr steile, von Bauschutt durchsetzte Ufer.

 

Pflanzenarten der Roten Liste NRW (RL): In den Gewässern gibt es kleine Bestände von Froschbiss (Hydrocharis morsus ranae, RL 2) und Wasserfeder (Hottonia palustris, RL 3) die wahrscheinlich angesalbt wurden. In der Ruderalfläche breitet sich seit einigen Jahren das Breitblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza majalis, RL 3 S) aus. Außerdem gibt es einzelne Exemplare vom Zweiblatt (Listera ovata) und vom Sumpfstendel (Epipactis helleborine).

 

Tierarten: In den großen Teichen kam früher neben Teich- und Bergmolch auch der Kammmolch vor. Die Teiche wurden leider mit Fischen besetzt und haben seither für Amphibien eine geringe Bedeutung. In den kleineren Tümpeln vermehren sich regelmäßig Teich- und Bergmolch, Erdkröte, Grün- und Grasfrösche. Außerdem gibt es eine einige Libellenarten. Zur Odonaten- und Avifauna liegen keine Daten vor.  Hier wären entsprechende Kartierungen interessant.

 

Gefährdungen: Die Teichufer wachsen sehr schnell mit Weiden und Erlen zu. Insbesondere der Tümpelkomplex ist durch Verbuschung stark gefährdet. Außerdem hat sich in den Teichen ein Nutria angesiedelt, der die ohnehin spärliche Wasserpflanzenvegetation weiter reduziert.

Maßnahmen: Das Gebiet wird seit über 10 Jahren vom NABU (Jupp Schäpers) betreut.  Im Jahr 2016 wurde ein Maßnahmenkonzept mit dem Kreis abgestimmt, das sukzessive umgesetzt wird. Die wichtigsten Maßnahmen sind die Gehölzentfernungen an den Teichen  und die Mahd der Ruderalfläche. Die Gehölzmaßnahmen werden seit 3 Jahren von der Waldjugend mit einem großen gemeinsamen Arbeitseinsatz unterstützt. Die Mahd wird von einem Lohnunternehmer im Auftrag des Kreises durchgeführt.

 

Im Jahr 2025 konnten auf Initiative des NABU zwei Tümpel vertieft werden. Außerdem wurde die Südböschung des südlichen Teiches abgeflacht, sodass sie jetzt befahrbar ist und maschinell gepflegt werden kann. Diese Böschung ist der einzige Bereich im Gebiet mit natürlich anstehendem Sandboden. Hier wird eine Ansiedlung von Heide angestrebt. Vielleicht entsteht hier auch ein weiterer Lebensraum für die Zauneidechse, die nur ca. 70 m entfernt an der Bahnböschung eine kleine Population hat.

 

Insgesamt wäre langfristig eine Einzäunung und Beweidung der Fläche mit Rindern sinnvoll. Dazu ist die Fläche aber zu klein. Vielleicht ist es möglich, die nördlich angrenzende Ackerfläche (über Kauf oder Pacht) in ein entsprechendes Beweidungskonzept einzubeziehen.

Text: Jupp Schäpers

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Heskamps Teiche - Bilder
Fotos: Jupp Schäpers
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