NABU-Abend am Dienstag den 03.03.2020 um 19:00 Uhr in Lüdinghausen

Unsere NABU-Abende in verschiedenen Orten im Kreis Coesfeld sind bereits jetzt ein schöner Erfolg. Damit wollen wir Naturfreunde und Naturinteressierte konkret in den Veranstaltungsorten ansprechen. In lockerer Runde werden aktuelle Themen des Naturschutzes besprochen und Erfahrungen ausgetauscht. Der dritte NABU-Abend findet in den Räumen der historischen Wasserburg Lüdinghausen aus dem 12. Jahrhundert statt.

 

Unsere Vortragsreihe Naturschutz im Kreis Coesfeld wird dem Thema III: Über die Bedeutung und Pflege unserer Saumbiotope von Dr. Detlev Kröger fortgesetzt. Bis Mitte des Jahre sind 13 Veranstaltungen zu diesem Thema geplant.

 

Unsere Münsterländer Parklandschaft ist in der Tourismusbranche ein fester positiver Begriff. Ein Mosaik aus Feldern und Äckern eingerahmt von Hecken, Wegsäumen und Wäldern durchzieht das Münsterland. Die Funktion der einzelnen Elemente auf unsere heimische Natur ist hoch. Jeder weiß mittlerweile, dass die industrialisierte Landwirtschaft für einen großen Anteil am Artenschwund verantwortlich ist. Wie sieht es mit der Artenvielfalt in unseren Saumbiotopen aus? Diese sind wichtige Biotopvernetzungslinien. Über die mangelnde Pflege unserer Hecken und Säume und wie es auch anders geht, darüber soll dieser Vortrag aufklären.

 

Wir freuen uns auf einen interessanten Vortrag. Alle Naturfreunde und solche die es noch werden wollen sind herzlich willkommen. 

 

Treffpunkt: Burg Lüdinghausen, Amtshaus 8, Lüdinghausen.

Arbeitseinsatz am Samstag den 08.02.2020 um 10:00 Uhr in unserem NSG Borkenberge

Das von uns betreute Naturschutzgebiet in den Borkenbergen ist aus einer ehemaligen Sandabgrabung entstanden und beherbergt eine wunderschöne Heidefläche, die es zu erhalten gilt. Die prägende Pflanzenart unserer deutschen Heideflächen ist die Besenheide. Die Besenheide ist Blume des Jahres 2019.

 

Bei unserem kommenden Arbeitseinsatz werden wir mit unseren bewährten Wiedehopfhacken Weiden und Birken entkusseln.  Das ist nötig, da sonnst die Flächen verbuschen und die wertvolle Heidefläche verloren geht.

 

Es lohnt sich immer, sich für unsere Natur vor unserer Haustür einzusetzen und wir freuen uns über jeden Helfer. Damit wir planen können, bitte ich um Anmeldung unter 0 25 43 / 2 19 98 00. Wir wollen dann in Fahrgemeinschaften ins NSG fahren.

 

Nach getaner Arbeit wird es wie immer noch eine kleine Führung geben. Sie führt zu englischem (Genista anglica) und behaartem Ginster (Genista pilosa), in treffender Weise auch Heide-Ginster oder Sand-Ginster genannt, vorbei an Gewässern und seltenen Farnen wie dem Rippenfarn (Blechnum spicant) und dem Königsfarn (Osmunda regalis) „besonders geschützt“ nach der Bundesartenschutzverordnung. Der Besenginster (Cytisus scoparis ) ist im Gegensatz zu den beiden vorgenannten nicht gefährdet und bildete dort auf einer kleinen Fläche als eine Pionierpflanze ein mittlerweile 2 m hohes Gebüsch aus.

 

Dominierend ist natürlich der Bestand der Besenheide (Calluna vulgaris) auch Heidekraut genannt. Es gibt aber auch viele Stellen mit Glocken-Heide (Erica tetralix) oder Moor-Glockenheide, im Münsterland auch Toppheide genannt. Größere Bestände finden sich oftmals nur noch in Naturschutzgebieten.

 

Interessant sind auch die Bestände der seltenen Scharlachbecherflechte (Cladonia coccifera), die auf sandigen exponierten Standorten wächst, ebenso der Gewöhnliche Sumpf-Bärlapp oder Moorbärlapp (Lycopodiella inundata) der in vielen Bundesländern als "stark gefährdet" oder "vom Aussterben bedroht" eingestuft wird.

 

Wenn man über diese schöne Fläche läuft, kann man sich sehr gut vorstellen, wie es hier im Sommer von Insekten nur so wimmelt und das hier Ringelnatter, Kreuzotter, Schlingnatter, Kreuzkröte und Waldeidechse ein Stelldichein geben. Natürlich darf dabei auch der Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus), ein faszinierender wie auch gefährdeter Vertreter der Nachtschwalben nicht fehlen.

 

NABU-Abend mit Vortrag am Dienstag den 18.02.2020 um 19:00 Uhr in Nottuln-Darup

Die Turteltaube, Probleme und Möglichkeiten für den Vogel des Jahres 2020.

Die Turteltaube steht für Glück, Liebe und Frieden. Ihre Lebensbedingungen sind allerdings weniger romantisch: Seit 1980 sind fast 90 Prozent ihrer Bestände in Deutschland verloren gegangen. Was der kleinen Taube fehlt, sind geeignete Lebensräume wie strukturreiche Wald- und Feldränder. Besonders durch die industrielle Landwirtschaft haben sich die Bedingungen für die Turteltaube verschlechtert.

Doch auch ein zweiter Punkt bedroht die Turteltaube. Als einzige Langstreckenzieherin unter unseren Tauben verbringt sie ihren Winter in Afrika. Doch durch illegale und legale Jagd ist sie auf ihrem Zugweg massiv gefährdet. Allein in der EU werden jährlich rund zwei Millionen Turteltauben getötet. Das ist mehr als eine Art verkraften kann.

 

Als Referenten konnten wir Peter Herkenrath Leiter der Vogelschutzwarte Nordrhein-Westfalen (Fachbereich Artenschutz LANUV, des Landesamtes für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz des Landes NRW) gewinnen. 

 

Wir freuen uns auf einen interessanten Vortrag. Alle Naturfreunde und solche die es noch werden wollen sind herzlich willkommen.

 

Treffpunkt: Alter Hof Schoppmann, Am Hagenbach 11, Nottuln-Darup.


Volksinitiative "Insekten retten - Artenschwund stoppen"  am 27.01.2020 gestartet!

Trotz dramatischen Artenrückgangs zeige die Landesregierung keinerlei Ansätze für eine konsequente Naturschutzpolitik. Hier hilft nur Druck von außen.

Die drei großen NRW-Naturschutzverbände Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Landesgemeinschaft Naturschutz und Umwelt (LNU) und Naturschutzbund Deutschland (NABU) kündigten heute eine Volksinitiative Artenvielfalt an. Trotz dramatischen Rückgangs vieler Insekten-, Vogel- und Pflanzenarten zeige die Landesregierung keinerlei Ansätze für eine konsequente Naturschutzpolitik. Hier helfe aus Sicht der Naturschutzverbände nur ‚Druck von außen‘. Die Volksinitiative soll im Frühjahr starten. Ziel ist es, konkrete Handlungsvorschläge zur Verbesserung der biologischen Vielfalt in den NRW-Landtag einzubringen.

„Die Artenschutzpolitik der Landesregierung ist eine einzige Fehlstelle“, sagte der BUND-Landesvorsitzende Holger Sticht. „Die Lage für die biologische Vielfalt ist zunehmend dramatisch. Wir brauchen einen klaren Kurswechsel in vielen Politikfeldern.“ Eine zentrale Bedeutung komme dabei dem Stopp des Flächenverbrauchs zu. Tag für Tag gehen in NRW etwa zehn Hektar Fläche für neue Wohn- und Gewerbegebiete, Straßenbau und die Rohstoffgewinnung verloren. „Das Credo der Landesregierung, die Wirtschaft zu ‚entfesseln‘, forciert geradezu den Verlust von Lebensräumen und Artenschwund. Wir brauchen stattdessen klare landesplanerische Vorgaben, den Flächenverbrauch perspektivisch auf netto null zu senken.

 

Nordrhein-Westfalen als dichtbesiedeltes Bundesland steht hier vor enormen Herausforderungen, soll die heimische Natur nicht vollends unter die Räder geraten. „Ob Klimaschutz, Rohstoffabbau, Land- oder Forstwirtschaft und ein nicht naturverträglicher Umgang mit unseren Gewässern NRW muss an vielen Stellschrauben drehen, um den Verlust der Artenvielfalt zu stoppen“, so die NABU-Landeschefin Dr. Heide Naderer. Die Vorschriften und Gesetze zum Schutz von Arten und Lebensräumen dürften nicht aufgeweicht werden. „Im Gegenteil: Wir müssen diese Instrumente konsequent im Sinne des Artenschutzes und der Biodiversität fortentwickeln. Hierzu werden die Naturschutzverbände konkrete Vorschläge vorlegen“, so Naderer weiter.

 

Die NRW-Naturschutzverbände sehen nicht, dass die Landesregierung gewillt ist, sich konsequent dem dramatischen Verlust an Biodiversität entgegen zu stemmen. „Seit Regierungsantritt herrscht teils Stillstand, teils Rückschritt. Mit der Volksinitiative Artenvielfalt möchten wir die Landesregierung zum Handeln antreiben“, sagte der LNU-Vorsitzende Mark vom Hofe. „Wir setzen dabei auf eine breite Unterstützung der Bevölkerung.“ Es könne nicht immer nur die Rede davon sein, Blühwiesen anlegen und Schottergärten verhindern zu wollen, dazu bedürfe es klarer gesetzlicher Vorgaben und überzeugender Programme. „Wir spüren, dass die Bevölkerung auch so denkt - deshalb muss endlich zügig gehandelt werden. Eine Volksinitiative schafft den entsprechenden Druck“, so der LNU-Vorsitzende.

 

Betrag erstellt am 15.01.2020


Imagefilm zum 120 jährigen Bestehen des NABU