Willkommen beim NABU Coesfeld

Für Mensch und Natur


Die Feldlerche ist Vogel des Jahres 2019

Typischer Agrarvogel im Sinkflug

12. Oktober 2018 Nur noch wenige kennen und hören den Gesang der Feldlerche am Himmel. Intensivkulturen mit Wintergetreide, Mais und Raps, fehlende Brachflächen und der Rückgang von Insekten verringern ihren Lebensraum und ihre Nahrungsgrundlage. Die Feldlerche steht als Jahresvogel auch stellvertretend für andere Feldvögel wie Kiebitz und Rebhuhn, denen es zum Teil noch wesentlich schlechter geht. Die immer intensivere Landwirtschaft ist zum Hauptgrund für das Artensterben in Europa geworden. NABU und LBV fordern deshalb für die derzeit laufenden Verhandlungen über die künftige EU-Agrarpolitik ein radikales Umsteuern.

Mit zwischen 1,3 und 2 Millionen Revieren gehört die Feldlerche immer noch zu den häufigen Vögeln Deutschlands. Allerdings befinden sich ihre Bestände im deutlichen Sinkflug. Ein Drittel der Feldlerchen sind in den vergangenen 25 Jahren bundesweit verschwunden. Zwischen 1990 und 2015 gab es einen Bestandsrückgang um 38 Prozent, wie offizielle Monitoringdaten des Dachverbandes Deutscher Avifaunisten belegen. In Nordrhein-Westfalen hat der Bestand der Feldlerche sogar um mehr als 50 Prozent in den vergangenen 25 Jahren abgenommen und wird hier mittlerweile auf unter 100.000 Brutpaare geschätzt. Damit wird die Feldlerche in der aktuellen Roten Liste der Brutvogelarten in Nordrhein-Westfalen (2016) als gefährdet eingestuft.

 

Dieser Beitrag wurde erstellt am 13.10.2018


Blühende Land(wirt)schaft - Ist das Natur oder kann das weg?

NABU lud zum 1. NRW-Naturschutztag nach Münster

06. Oktober 2018 - Unter dem Motto "Blühende Land(wirt)schaft - Ist das Natur oder kann das weg?" lud der NABU NRW am 6. Oktober zum 1. NRW-Naturschutztag in das Institut für Landschaftsökologie nach Münster. Über 100 Teilnehmer diskutierten mit Vertreterinnen und Vertretern des amtlichen und ehrenamtlichen Naturschutzes sowie der Landwirtschaft in NRW über zukunftsfähige Strategien zum Erhalt der heimischen Artenvielfalt insbesondere in der Agrarlandschaft.

Denn fast 50% der NRW-Landesfläche wird landwirtschaftlich genutzt. Die Tendenz ist zwar bedingt durch den Flächenverbrauch sinkend, dennoch findet sich hier ein Großteil unserer biologischen Vielfalt. Und anders als in den Wäldern sind die Arten der landwirtschaftlich genutzten Kulturlandschaft durch die Bank bedroht. „Nur wenn es gelingt zielgerichtete Fördermittel, einen besonderen Fokus auf Schutzgebiete und deren Pufferzonen sowie angemessene Preise für landwirtschaftliche Produkte in Einklang zu bringen, kann der Negativtrend gestoppt werden“, erklärte Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW. Dafür sei es aber noch nicht zu spät.

Viele Ehrenamtliche im NABU engagierten sich bereits landesweit zu diesem und vielen anderen Naturschutzthemen in Fachgruppen, Kooperationen und bei praktischen Naturschutzmaßnahmen und helfen so die biologische Vielfalt in Nordrhein-Westfalen und damit unsere Lebensgrundlage zu erhalten oder wiederherzustellen. Wenn es um "Blühende Land(wirt)schaft" geht, ist neben den Kooperationen und praktischen Naturschutzmaßnahmen auf lokaler und regionaler Ebene natürlich auch die EU gefordert. Tumbrinck: “Über die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) werden europaweit jährlich etwa 58 Mrd. EUR ausgegeben, um die Landwirtinnen und Landwirte zu unterstützen - das sind 114 EUR von jedem EU-Bürger. Leider fließt nur wenig davon in naturverträgliche Landwirtschaft und den Naturschutz.“ Dies müsse sich nun ändern.

 

Der NABU fordert die Politik daher dazu auf, sich für folgende Punkte bei den anstehenden Verhandlung um die GAP stark zu machen: Ein auf EU-Ebene rechtsverbindlich festgeschriebenes Mindestbudget von 15 Milliarden Euro jährlich für Biodiversitätsleistungen aus der gesamten GAP vorzusehen. Klare und ambitionierte Grundanforderungen für den Erhalt von Subventionszahlungen zu formulieren. Und mindestens 10% an Ökologischen Vorrangflächen auszuweisen. Dies sind vorrangig ein- und mehrjährige Brachen sowie Feldraine, Blüh- und Pufferstreifen, die einen hohen Beitrag zum Erhalt der Biodiversität beitragen.

 

Dieser Beitrag wurde erstellt am 08.10.2018


Es darf wieder viel zu viel geschossen werden!

Jagdquartett „Jagt mich nicht!“ an Umweltministerin überreicht

10. September 2018 - Das Jagdgesetz der rot-grünen Landesregierung aus 2015 setzte aus ethischer und ökologischer Perspektive bundesweit Maßstäbe. Doch diese Errungenschaften werden durch die jetzige schwarz-gelbe Landesregierung gerade wieder über Bord geworfen. „Die Gesetzesnovelle stellt in weiten Teilen leider keine Anpassung an zwingende gesetzliche Notwendigkeiten oder neue ökologische oder wildbiologische Erkenntnisse dar. Das Rad wird aus rein ideologischen Motiven wieder zurückgedreht“, kritisierte Josef Tumbrinck, Vorsitzender des NABU NRW, die erneute Änderung des Landejagdgesetzes.

Dabei müsse man die Jagd in ihrer heutigen Form an die Natur anpassen und nicht umgekehrt. Hierzu gehöre auch, die Liste der jagdbaren Arten auf die Arten zu beschränken, die nachhaltig genutzt werden können, denn es gebe keinen plausiblen Grund, warum Höckerschwan, Blässralle, Waldschnepfe, Fischotter oder Mauswiesel und weitere Arten, darunter auch bedrohte, im Jagdgesetz stehen müssen. Tumbrinck: „Die Waldschnepfe steht in NRW auf der Roten Liste und soll wieder geschossen werden. Eines von vielen No-Go´s des neuen Gesetzes.“ Um für die Thematik zu sensibilisieren, hat der NABU NRW nun ein Quartettspiel ´Jagt mich nicht! - Spielen für die Artenvielfalt´ veröffentlicht und heute Umweltministerin Ursula Heinen-Esser überreicht.

Auf 28 Karten stellt das NABU-Jagdquartett Tierarten vor, die zum Teil ganz neu, zum Teil wieder in die Liste der jagdbaren Arten in NRW aufgenommen werden sollen oder immer noch enthalten sind. Darunter bedrohte Arten wie der Luchs oder der Fischotter. Nach einem Gutachten des Bundesumweltministeriums ist eine Aufnahme solcher Arten, die im Anhang 4 der FFH-Richtlinie gelistet sind und zudem nach Bundesnaturschutzgesetz streng geschützt sind, sowohl verfassungsrechtlich als auch EU-rechtlich nicht zulässig. Ähnlich sieht es bei einigen Vogelarten aus, die wieder in das Jagdgesetz aufgenommen werden sollen, aber nach EU-Vogelschutzrichtlinie nicht für die Jagd in Deutschland freigegeben sind. Dazu zählen beispielsweise Greifvögel, Graureiher, Gänsesäger, Haselhuhn, Turteltaube und Schneegans. 

„Das ist alles andere als nachhaltig. Dennoch soll die von der Jägerschaft geforderte Revison des ´ökologischen Jagdgesetzes´ unter der Bezeichnung ´nachhaltiges Jagdgesetz´ nun offenbar 1:1 umgesetzt werden, denn das neue Jagdgesetz, passierte in diesen Tagen das Kabinett ohne das in größerem Umfang Forderungen von Seiten des Naturschutzes berücksichtigt worden sind. Das ist Irreführung des Parlaments“, so der NABU-Landesvorsitzende. Der NABU hoffe, mit seinem Jagdquartett vor allem die Landtagsabgeordneten davon überzeugen zu können, dieser reinen Symbolpolitik auf dem Rücken der Artenvielfalt eine Absage zu erteilen. Ein Gesetz, dass geschützte Arten wieder dem Jagdrecht unterstellt, um den Forderungen der Jägerschaft zu genügen, sei ökologisch unsinnig, schon lange nicht mehr zeitgemäß und werde dauerhaft keinen Bestand haben.

 

Dieser Beitrag wurde erstellt am 15.09.2018


Unsere Mitgliederwerbung wurde erfolgreich beendet!


Für die Natur von Tür zu Tür

Blaue T-Shirts, blaue Info-Mappen und Dienstausweis – daran waren die sympathischen und hochmotivierten Mitgliederwerber erkennbar, die in den Gemeinden des Kreises Coesfeld für den NABU unterwegs waren.

Nach dem gelungenen Startschuss in Coesfeld vor einigen Wochen erhoffte sich Dr. Detlev Kröger vom NABU Kreisverband Coesfeld die Mitgliederzahl von ehemals 800 Mitgliedern durch die Werbemaßnahmen in vielen Städten des Kreises mindestens zu verdoppeln. Das geschah auch durch die Unterstützung des NABU Landesverbandes NRW.

Die jungen Leute sprachen in den Haushalten vor, um über die Arbeit des NABU Kreis-verbandes Coesfeld zu informieren und hofften so neue Mitglieder zu gewinnen.

Unsere Erwartungen wurden übertroffen. Der NABU Coesfeld hat nun seine Mitgliederzahl mehr als verdoppelt. Dadurch werden wir in der Bevölkerung noch besser wahrgenommen und unsere Stimme hat noch mehr Gewicht.

Gesucht wurden nicht nur passive Förderer, sondern auch Leute die hin und wieder mal mitanpacken.

Außerdem sind wir sehr glücklich darüber, dass viele Menschen nun mit uns gemeinsam den Naturschutz im Kreis Coesfeld voranbringen wollen und wir einige zusätzliche Helfer an unserer Seite wissen.

Wir bedanken uns an dieser Stelle bei allen Neumitgliedern für Ihre tatkräftige Unterstützung.

(Dieser Beitrag wurde erstellt am 01.08.2018)


Across the Universe.....NABU verfolgt Vogelzug über die ISS

 An der Internationalen Raumstation (ISS) wird heute während eines Spacewalks der Satellitentelemetrie-Empfänger der ICARUS-Initiative installiert. Auch vom NABU besenderte Turteltauben sind Teil des Projekts zur globalen Beobachtung von Tierwanderungen aus dem All.

15. August 2018 - An der Internationalen Raumstation (ISS) wird heute die Antenne für die Satellitentelemetrie-Empfänger der 2002 gegründeten ICARUS-Initiative (International Cooperation for Animal Research Using Space) installiert. Damit wird es weltweit erstmals möglich sein, globale Wanderbewegungen auch kleinerer Tiere mit einem Satellitensystem in hoher Auflösung zu erfassen. Auch vom NABU besenderte Turteltauben liefern demnächst Daten über die ISS.

Bereits seit 2016 besendert der NABU gemeinsam mit seinem maltesischen Partnerverband BirdLife Malta und in Zusammenarbeit mit der Justus-Liebig-Universität Gießen Turteltauben, die einzige ziehende und international gefährdete Taubenart Mitteleuropas. Ihre Situation ist schwierig, denn sie leiden nicht nur unter Lebensraumverlust in ihren europäischen Brutgebieten, sondern werden zudem auf ihrem Zug im gesamten Mittelmeerraum zu Hunderttausenden illegal und auch legal geschossen.

Nun wurden sechs Vögel in deutschen Brutgebieten in Hessen und Brandenburg mit ICARUS-Sendern versehen. Die Turteltauben sollen Aufschluss darüber geben, ob in Deutschland brütende Turteltauben auf unterschiedliche Zugrouten in den Süden ziehen, aber auch, wie groß ihre Aktionsräume im Brutgebiet sind. So ist es möglich, Schutzbemühungen an den Rastplätzen gezielt auszurichten. Zudem können auch gegenüber der EU-Umweltkommission wissenschaftlich abgesicherte Vogelschutzforderungen gestellt werden.

In den letzten beiden Jahren wurden bereits fünf Turteltauben auf Malta besendert. Sie lieferten wichtige Informationen, etwa darüber, wo Turteltauben die Sahara überqueren und welche Lebensräume sie in der Sahelzone als Überwinterungsquartiere nutzen, ebenso zur Dauer und Entfernung der einzelnen Flugetappen.

 

Dieser Beitrag wurde erstellt am 15.08.2018


Die Ackerhummel ist die klare Gewinnerin des zweiten Meldezeitraums. Bienen und Schmetterlinge sind unter den Top 10.

14. August 2018 - Die Ackerhummel führt aktuell die Liste der am häufigsten gemeldeten Insekten bei der NABU-Aktion „Insektensommer“ im August an, gefolgt vom Kleinen Kohlweißling, Honigbiene, Gemeiner Wespe und Erdhummel. Unter den Top Ten der am häufigsten gemeldeten Insekten im Hochsommer sind fünf Bienenarten und vier Schmetterlinge, darunter mit dem Taubenschwänzchen ein Wanderfalter aus dem Mittelmeerraum, der immer häufiger bei uns anzutreffen ist.

 

Mit dem „Insektensommer“ will der NABU auf die enorme Bedeutung von Insekten aufmerksam machen. Diese Tiergruppe ist stark gefährdet und am wenigsten erforscht. Jeder kann mithelfen, Daten zur Artenvielfalt und Häufigkeit der Insekten zu sammeln. In Deutschland gibt es etwa 33.000 Insektenarten. Über die meisten liegen noch keine Daten vor.

 

Der zweite Beobachtungszeitraum der Mitmachaktion „Insektensommer“ist vorbei. Bisher gingen rund 7.000 Meldungen beim NABU ein. Die meisten Insektenfans beobachteten die kleinen Krabbler im eigenen Garten, dicht gefolgt von Balkon und Park. Nun stehen die ersten Zahlen fest.

Ackerhummel an Rotklee - Foto: Rolf Jantz/www.naturgucker.de

 

Alle Daten auf einem Blick! Hier bekommen Sie einen Überblick zu allen gezählten Insektenarten, den Lebensräumen und die geografische Verteilung der Meldungen gibt es unter: Insektensommer

 

Der häufigste Beobachtungsort bleibt der Garten, gefolgt von Balkon und Park. Vor allem die aktuell fliegenden Insekten wie Schmetterlinge, Hummeln, Bienen, Wespen und Fliegen – die als ausgewachsene Tiere im Hochsommer unterwegs sind – werden besonders wahrgenommen. Offensichtlich beobachten die Menschen gerne, was in der unmittelbaren Umgebung krabbelt und flattert.

 

Dieser Beitrag wurde erstellt am 19.08.2018


Über den Naturschutzbund NABU

Der Waldkauz- Vogel des Jahres 2017
Der Waldkauz war Vogel des Jahres 2017 - Foto: NABU/Peter Kühn

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. - NABU - möchte Menschen dafür begeistern, sich durch gemeinschaftliches Handeln für die Natur einzusetzen. Wir wollen, dass auch kommende Generationen eine Erde vorfinden, die lebenswert ist, die über eine große Vielfalt an Lebensräumen und Arten, sowie über gute Luft, sauberes Wasser, gesunde Böden und ein Höchstmaß an endlichen Ressourcen verfügt. Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen unsere Arbeit im Kreis Coesfeld vorstellen und Perspektiven für eine lebenswerte Zukunft entwickeln.

 

In diesem Jahr bieten wir wieder eine Vielzahl naturkundlicher Exkursionen in die Natur an, bei denen Sie Gelegenheit haben, die artenreiche Tier- und Pflanzenwelt vor Ihrer Haustür kennen zu lernen. Denn nur das, was man kennt, lernt man lieben und das was man liebt, schützt man. Bei unseren regelmäßigen Führungen und Exkursionen erfahren Sie, was wir bereits kennen und lieben. Wir freuen uns auf Sie und viele schöne gemeinsame Beobachtungen!

  

Wenn Sie sich vorstellen können für die Natur hier bei uns aktiv zu werden, schauen Sie doch einmal bei unseren monatlichen Treffen vorbei. Weitere Informationen erhalten Sie über unser Kontaktformular. Treten Sie mit uns in Verbindung!