Arbeitsbericht 2021-2022 der AG Fledermausschutz für NABU-Vorstand , KV Coesfeld


 

Die AG Fledermausschutz Kreis Coesfeld besteht aus Heinz Kramer und mir seit 20 Jahren. Heinz betreut den Nordwesten des Kreises COE, ich den Südosten. Wir machen das überwiegend alleine.

Wir haben diese Aufgabe von Hans Haufe übernommen. Mittlerweile suchen wir Nachfolger. Ich möchte mich aus Altersgründen zurückziehen.

Heinz ist privat und beruflich sehr eingespannt und hat ähnliche Gedanken. Eine angestrebte Hilfe im Raum Dülmen durch Bettina Bödefeld kam vor Jahren nach anfänglichen Aktivitäten leider nicht in Gang, obwohl der NABU- Kreisverband sie aufgrund meines Vorschlages mit technischen Gerät für Kinder-Gruppenarbeit und Öffentlichkeitsarbeit sehr gut ausgestattet hat. Der Grund für diese Entwicklung ist mir nicht bekannt.

Inzwischen habe ich aber fallbezogen wertvolle Unterstützung erhalten durch Frau Hannelore Eisenberg, Gladbach, und Eva Krämer, Münster, die beide sehr agil und kompetent im ehrenamtlichen Fledermausschutz tätig sind. Auf Anfrage helfen sie durch Übernahme von Fledermaus-Pfleglingen oder Beratung. Sie haben eine Ausbildung zur Fledermauspflegerin in Bonn absolviert. Zur Unterscheidung der Fälle bekommt jedes Tier einen Namen, den der Finder bestimmt. Dabei ist dann auch mal eine

„Zwietschi“, eine „Agnes“, ein „Boäih“ oder „007“ gewesen. Während ich etliche Jungtiere mit eigenem Pkw nach Gladbach brachte, haben Eva und ich mehrfach eine Stafette von Helfern (Berufs-Pendlern) genutzt, die unsere Schützlinge im Karton von der Fundstelle nach Münster brachten. Das ging flott und kostenfrei und alle haben sich gefreut über solche Hilfsbereitschaft.

 

Ein anderes verletztes Tier wurde von einem Fahrer der Mitfahrerzentrale BLABLA von Lüdinghausen am selben Tag zur Tierklinik der Uni Hannover gebracht. Davon reden alle Beteiligten noch heute und freuen

sich, dem Tier geholfen zu haben.

Von Heinz Kramer habe ich bisher noch keinen Teilbericht über seine Arbeit im Fledermausschutz erhalten, so dass ich hier nur von mir berichten kann.

In den Jahren zuvor habe ich aufgrund meiner Notizen über diese Art ehrenamtlicher Arbeit detaillierte Bericht geschrieben. Das mache ich nicht mehr wegen des großen Aufwands und des geringen

Interesses. Aus Erfahrung kann ich aber berichten, dass die Arbeit mit Beratungen, telefonisch oder vor Ort, eher mehr geworden ist. Allerdings wurden mir auch verletzte Enten, Singvögel, Greifvögel, Igel, Schlangen, Schwalben, Spatzen usw. gemeldet oder gebracht, teils aus weit entfernten Orten des Münsterlandes. Die Finder hatten alle Telefonnummern im einschlägigen Internet-Foren probiert und sind bei mir gelandet. Das entfernteste Ereignis wurde mir vom Mittellandkanal im Raum Osnabrück gemeldet. Dort hatte ein Binnenschiffer beim Deckschrubben eine Fledermaus aus dem Wasser gerettet.

In anderen Fällen wurde mir von Baumfällaktionen oder Gülleverklappung berichtet, die ich stoppen sollte.

Ich habe den Eindruck, dass sich die Bevölkerung zunehmend gerne den hilflosen Tieren und der geschundenen Natur annimmt, im Internet unsere Rufnummern findet und den Naturschutz als schnelle Eingreiftruppe einstuft, der sich (gefälligst?) zu kümmern habe Richtig ist, dass ich jeweils einen Rat zur weiteren Hilfe geben konnte. Eine Zentrale (Rufnummer?) des NABU oder BUND usw. wäre

angebracht, um die Hilfe zu koordinieren.

 

Im Berichtszeitraum 2021 bis heute hatte ich 64 Einsätze, die zeitlich einen Aufwand von ca. 30 Minuten (telefonische Beratung) bis 4 Stunden (Abholung und Weiterleitung von gefundenen Fledermäusen) erforderlich machte.

Für Beratungen hat sich als gut erwiesen, vom Finder (meistens allerdings Frauen oder Mädchen) ein Fotos des Tieres und von der Fundsituation über WhatsApp zu erhalten. In einigen Fällen habe ich den Findern mein Ultraschallmessgerät leihweise überlassen, damit sie im häuslichen Umfeld über einen längeren

Zeitraum selber anhand der gemessenen Rufe die Art der Fledermäuse nach einer Tabelle herausfinden konnten. Das hat ihnen Spaß gemacht und die Freude am Naturschutz verstärkt. 

 

Seit einem Jahr setzte ich mich sehr in der bundesweiten Gruppe Paten der Nacht gegen die zunehmende Lichtverschmutzung ein. Sie geht einher mit Energievergeudung durch zu grelles Dauerlicht nachts im öffentlichen Raum, und zwar auch zum Schaden der Insekten, die an Laternen verenden und dann als Nahrung den Fledermäusen fehlen oder als Bestäuber von Nutzpflanzen.

Weiter siehe www.paten-der-nacht.de. Bei der diesjährigen NRW-Fachtagung zum Fledermausschutz habe ich dazu einen Lichtbildvortrag gehalten, der sehr gut ankam. 

Fledermausig freundliche Grüße aus LH. Bleibt alle schön negativ.

Reinhard Loewert 04.04.2022

Wiesengrund 26

 

59348 Lüdinghausen