Arbeitseinsatz in unserem Natursschutzgebiet Borkenberge am Samstag 09.02.2019

Das von uns betreute Naturschutzgebiet in den Borkenbergen ist aus einer ehemaligen Sandabgrabung entstanden und beherbergt eine wunderschöne Heidefläche, die es zu erhalten gilt. Die prägende Pflanzenart unserer deutschen Heideflächen ist die Besenheide. Die Besenheide ist Blume des Jahres 2019.

 

Die Pflegemaßnahmen sind vielfältig. Heideflächen werden in der Regel durch Schafe (Heidschnucken) gepflegt. Dabei verbeißen die Schafe aufkommenden Gehölzwuchs, so dass Gehölze keine Chance haben, dort groß zu werden. Ohne Pflege entssteht aus der Heidefläche auf Dauer ein Wald (Sukzession).  Ist eine Schafsbeweidung nicht möglich, so muss der Aufwuchs von Hand entfernt werden. Dies kann durch Mähen, Ausreißen oder Aushacken geschehen.

 

Bei unserem Arbeitseinsatz haben wir unsere neu erworbenen Wiedehopfhacken ausprobiert und für gut befunden. Auf diese Weise konnten unzählige Weiden und Birken entkusselt werden, die ursprünglich durch Mähen in Schach gehalten werden konnten. Jedes Jahren erfolgte allerdings ein neuer Austrieb, so dass sich immer stärkere Grundstöcke und Wurzeln ausbildeten. Daher erfolgte nun die komplette Entfernung.

 

Der Wettergott meinte es gut mit uns. Trotz vorhergesagtem Sturm und Regen schien die Sonne, weil ein angenehmer Wind die Wolken vertrieb. Nach getaner Arbeit gab es noch eine kleine Führung zu englischem (Genista anglica) und behaartem Ginster (Genista pilosa), in treffender Weise auch Heide-Ginster oder Sand-Ginster genannt, vorbei an Gewässern und seltenen Farnen wie dem Rippenfarn (Blechnum spicant) und dem Königsfarn (Osmunda regalis) „besonders geschützt“ nach der Bundesartenschutzverordnung. Der Besenginster (Cytisus scoparis ) ist im Gegensatz zu den beiden vorgenannten nicht gefährdet und bildete dort auf einer kleinen Fläche als eine Pionierpflanze ein mittlerweile 2 m hohes Gebüsch aus.

 

Dominierend ist natürlich der Bestand der Besenheide (Calluna vulgaris) auch Heidekraut genannt. Es gibt aber auch viele Stellen mit Glocken-Heide (Erica tetralix) oder Moor-Glockenheide, im Münsterland auch Toppheide genannt. Größere Bestände finden sich oftmals nur noch in Naturschutzgebieten.

 

Interessant sind auch die Bestände der seltenen Scharlachbecherflechte (Cladonia coccifera), die auf sandigen exponierten Standorten wächst, ebenso der Gewöhnliche Sumpf-Bärlapp oder Moorbärlapp (Lycopodiella inundata) der in vielen Bundesländern als "stark gefährdet" oder "vom Aussterben bedroht" eingestuft wird.

 

Wenn man über diese schöne Fläche läuft, kann man sich sehr gut vorstellen, wie es hier im Sommer von Insekten nur so wimmelt und das hier Ringelnatter, Kreuzotter, Schlingnatter, Kreuzkröte und Waldeidechse ein Stelldichein geben. Natürlich darf dabei auch der Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus), ein faszinierender wie auch gefährdeter Vertreter der Nachtschwalben nicht fehlen.

 

Heute hat sich wieder einmal gezeigt, dass es sich immer lohnt, sich für unsere Natur vor unserer Haustür einzusetzen.

 

Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Helfern und freuen sich schon auf den nächsten Arbeitseinsatz im NSG Holler Kley am 23.02.2019 um 10:00 Uhr. Gerne sind auch neue Helfer willkommen.

 

Dieser Betrag wurde erstellt am 10.02.2019