NABU-Exkursion, viele Besucher bei sommerlichen Temperaturen am 09.06.2018

Eigentlich war es Freibadwetter, aber trotzdem groß war der Andrang am Samstagnachmittag auf der „Hirsch-Wiese“. Fast 40 Besucher wollten sich über die Artenvielfalt auf der Naturschutzfläche in Lüdinghausen Ondrup informieren.

 

Erich Hirsch, langjähriges NABU-Mitglied und mittlerweile 77 Jahre alt, hat die Wiese liebevoll zu einem richtigen Kleinod aufgebaut. Das wurde jedem Besucher anhand der Vielzahl der seltenen Wildblumen schnell klar. Der dornige Hauhechel z.B. ist eine wichtige Raupenfutterpflanze für den Hauhechelbläuling. Und prompt wurde der Falter auch schon gesichtet.

 

„Wiesen mit großer Artenvielfalt sind im Münsterland mittlerweile sehr, sehr selten, aber unglaublich wichtig, um den dramatischen Insektenschwund entgegenzuwirken“, weiß Dr. Detlev Kröger, (Sprecher NABU-Arbeitkreis Artenvielfalt). Eine vielfältige Blütenpracht mit Flockenblumen, Margeriten, Hornklee und Ackerwitwenblumen lockt unterschiedliche Insekten und natürlich weitere Tiere an. Schmetterlingsarten wie Bläuling, Ochsenauge, Schornsteinfeger, Dickkopffalter und Landkärtchen fliegen umher. All diese Arten haben sich wunderbar etabliert, da die Wiese in einem ganz bestimmten Pflegerhythmus gemäht wird, um in verschiedenen Bereichen unterschiedliche Arten zu fördern. Wichtig ist, dass auf keinen Fall zu früh gemäht wird, denn sonst können sich keine Samen ausbilden.

 

Eine häufig gestellte Frage war: „Kann ich auch im eigenen Garten eine bunte Wildblumenwiese anlegen?“ Hierzu Detlev Kröger: „Unbedingt, das geht sogar schon auf wenigen Quadratmetern. Man benötigt dazu nur offenen Gartenboden und sät dann verschiedene heimische Arten in einer Mischung aus. Die Aussaat ist momentan günstig, da der Boden nach der langen Trockenheit mittlerweile feucht ist und sich die Arten noch bis zum Herbst gut entwickeln können. Wer Interesse an Wildpflanzen-Saatgut hat kann sich gerne an uns wenden.“

 

(Dieser Beitrag wurde erstellt am 11.06.2018)